Das unmoralische Angebot – Wiesenhof-Geflügel!
September 1st, 2011 von AndreasSeit Jahren gibt es immer wieder schlimme Berichte über den Konzern, der im Kühlregal als “Wiesenhof” auftritt. Der Gründer und Chef spielt sich immer wieder als der Retter der gesunden und tollen Nahrungsmittelkette im Geflügelsektor auf.
Doch das ist alles nur gelogen und eine unglaubliche Marketing-Show die die schlimme Zustände bei den Mitarbeitern (naja sind ja alles Scheinselbständige!) und Tieren verdenken sollen. Hier könnt Ihr Euch ein Bild von der PR- und Marketing-Show machen. Eine TOP Internetseite, die sich nur von der besten Seite zeigt:
http://www.wiesenhof-online.de/
Toll ist es, dass es NGOs wie PETA gibt, die immer wieder auf diese Zustände hinweisen.
Super ist, dass es das Internet mit YouTube etc. gibt, die mit Wort, Bild und Ton die Berichte dieser Zustände veröffentlichen.
Doch leider erreicht man so nicht den Großteil der Bevölkerung.
Da ist es um so hilfreicher, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender diese Misstände in das Licht der Öffentlichkeit zerren. Gestern (31.08.2011) war es wieder soweit! ARD hat mit einem tollen Titel Wiesenhof in die Öffentlichkeit getragen. Nun ist es an den Medien und Bürgern, dies aufzugreifen.
Wer sich den Film Food inc. angesehen hat, weiß, dass dieses Konzept der Ausbeutung und Gewinnmaximierung eine Herkunft hat. Es kommt aus den USA. Dort ist das System noch perfider und schlimmer. Wir sehen, wie mit Wiesenhof amerikanische Verhältnisse in Europa Einzug halten. Ich finde das ist eine Katastrophe!
Katastrophal ist, wie die Politik mit diesen “Schmarotzern” paktiert. Unser Bundespräsident Wulff hat als CDU Mann in Niedersachsen massiv eingewirkt, dass es dort weitere solcher Tierfarmen geben wird. Die Piratenpartei in Niedersachsen hatte dazu mal eine Übersicht erstellt, was es für Natur und Mensch bedeutet, in Massen Geflügel zu halten. Die Zahlen uns unfassbar bis unglaublich. Das ist das moderne KZ der Nazis für die Lebensmittel Branche. Doch geht es hier nicht um eine unliebsame Volksgruppe, sondern um Tiere, die möglichst billig um jeden Preis beim Verbraucher landen sollen und die solche Konzerne wie Wiesenhof den maximalen Gewinn erwirtschaften wollen. Gewinner gibt es kaum, wohl nur die Manager, die bei Wiesenhof fette Gehälter beziehen. Ansonsten gibt es in dem System nur Verlierer. Auch der Verbraucher ist mit chemisch kontaminierten Geflügelfleisch der Verlierer, denn gesund und nahrhaft ist das absolut nicht, wohl eher Gesundheitsschädlich!
Ich bin dafür, dass man durch solche Berichte Konsequenzen zieht. Ich werde (was ich eh schon mache) ALLE Wiesenhof Produkte boykottieren!
Vielleicht ringen sich auch andere dazu durch, Konzerne mit solchen systematischen Machenschaften entgegen geltenden Tierschutzgesetzen und der Guten Sitte sowie der strukturierten Ausbeutung von Natur und Mensch abzustrafen. Abzustrafen durch Konsumverzicht der Wiesenhof Produkte.
Medien, Berichte und Kritik helfen bei solchen großen Konzernen nicht. Die kennen nur eine Stelle, die weh tut: Gewinneinbruch.
Auch hätte ich absolut nichts dagegen, wenn durch den Konsumverzicht so ein Konzern in die Pleite getrieben wird. Wer sich nicht an die sittlichen Regeln einer sozialen und naturbezogenen Gesellschaft hält, muss die Konsequenzen spüren.
Wiesenhof ist nicht erst seit 2010 und 2011 in den Medien. Die Berichte gibt es jedes Jahr auf’s neue. Das zeigt, dass der Konzern mit seiner Gallionsfigur absolut NICHTS geändert hat.
Vielmehr wurde das System zur Gewinnmaximierung immer wieder weiter optimiert. Dies bedeutet, die Schraube der Ausbeutung wurde deutlich angezogen. Rechtliche Lücken werden bis zur billigenden Gesetzesübertretung ausgenutzt.
Besonders klasse finde ich die Reaktion über einen offenen Brief! Deshalb veröffentliche ich diesen hier in voller Länge!
Lieber Herr Wesjohann,
gestern war mal wieder was los bei euch, nicht? Wieder eine Reportage über untragbare Zustände bei euch in der Firma. Wieder einmal diese unsäglichen Journalisten, die nicht rosige Zustände auch noch in den Dreck ziehen. Und dann noch diese Tieraktivisten wie PETA. Furchtbar. Um ehrlich zu sein: Ich konnte die halbe Nacht ja nicht schlafen. Ja, es hat mich derart angeekelt. Mein Onkel ist Metzger, und ich war auch schon als Kind beim Schlachten dabei. Es ist also nicht so, dass ich nichts aushalten würde. Aber die Bilder gestern waren auch für mich zu viel.
Dennoch:
Schön, dass Sie sich wirklich vor die Kamera gesetzt haben und mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderten. Mal erklärten, wie es wirklich ist. Dass Ihnen vieles nicht bekannt sei über die gezeigten Zustände in Ihren Vertragshühnerfarmen. Dass Sie nicht zuordnen könnten, ob die Ihnen gezeigten Bilder wirklich aus einer Ihrer Ställe kommen. Dass Sie Subunternehmern doch bitte keine Vorschriften in Sachen ökonomischen Waltens machen können. Darf ich ehrlich sein? Ich bekam Mitleid. Da sitzt ein erfahrener, alter Unternehmer, und das darf man bei 50 Jahren Hühnerengagement sicherlich sagen, auf einem hölzernen Stuhl – und zeigt vor laufender Kamera, was am Ende herauskommt, wenn man jahrelang neokapitalistisch und rein wachstumsorientiert wirtschaftet: Sie haben Ihre Zahlen im Griff. Ihren Laden, so scheint es, längst nicht mehr. Und die von Ihnen propagierten Werte stecken tief in der – richtig, Hühnerkacke.Natürlich, lieber Herr Wesjohann, sind letzten Endes die Konsumenten schuld. Immer günstiger soll es sein, das Fleisch. Und immer größer müssen sie sein – Ihre unternehmerischen Gewinne. Im Vergleich zu Ihrem Geflügel bekommt der kapitalistische Unternehmer schließlich nie den Hals voll. Um beides zu erreichen, verkaufen Sie Billiggeflügel – und Ihre Werte. Aber – ist es das wert?
Freilich, lieber Herr Wesjohann, Sie sind nicht der einzige, der prozessoptimiert agieren muss. Jeder in der Branche hat wohl ähnliche Vorkommnisse. Schließlich möchte niemand Federn lassen, wenns um Marktanteile geht. Aber wo bleibt ihre Anteil an Verantwortung – gegenüber „Mensch, Tier und Umwelt?“ Als einer der Großen könnten Sie doch mal mit gutem Beispiel vorangehen. Stehen Sie doch mal auf, und entscheiden Sie morgens, „was komplett Verrücktes zu tun“: Respektvoll gegenüber allen zu handeln. Holen Sie Menschen aus der Subwelt und stellen sie jene ein, die für Sie rupfen, halten Sie Tiere so, dass sie nicht in ihren eigenen Exkrementen stehen. Jeder von uns weiß, wie man sich fühlt, wenn man bis zum Hals in der Scheisse steckt… Wie, Ihre Produkte würden um mindestens 100% teurer werden? Seien Sie beruhigt, lieber Herr Wesjohann, ein Wiesenhof-Hähnchen für 6 Euro wäre das erste Wiesenhof-Produkt, dass ich kaufte. Weil die Bedingungen stimmten.
Eines möchte ich ja noch loswerden, lieber Herr Wesjohann. Nehmen Sie sich bitte kein Beispiel an Ihrem werten Unternehmerkollegen, dem lieben Herrn Otto. Der bzw. der Logistiker Hermes bekam ja vor einigen Wochen ebenso via ARD sein Fett weg. Ja, immer wieder das gleiche Problem mit den Subs. Hier gings nicht ums Rupfen, sondern ums Päckchen ausfahren. Interessanterweise kann auch der Herr Otto seinen Subunternehmern keine Vorschriften in Sachen ökonomischen Handels machen. Ja, und auf den ARD-Bericht hin waren da wohl ein paar clevere PR-ler, die dem Herrn Otto nahegelegt haben, in absehbarem Reaktionszeitraum eine positive Gegennews zu setzen. Quasi um das PR-Konto wieder auszugleichen. Alles berechenbar – und so kam es auch: Gestern schrie der liebe Herr Otto durch die Journallie, er würde gerne „Reichensteuer“ zahlen. Das, lieber Herr Wesjohann, ist ein Schlag ins Gesicht jedes Päckchenausfahrers, die für Otto fahren – und am Ende des Gelds noch so viel Monat übrig haben. Das ist blanker Hohn gegenüber Kindern in Indien, die auf Heine-Blusen Perlchen stickten. Das, lieber Herr Wesjohann, ist nicht respektvoll – und Respekt gegenüber Mensch, Tier und Umwelt ist ja Ihr Ding.
Unter uns: ich dachte ja immer, Ihr Buben da oben seid die ganz großen Wirtschafter mit Mumm und Durchsetzungskraft, Verantwortungsbewusstsein und Chuzpe. Und doch seid ihr feig wie ein einzelner Piranha, wenn‘s darum geht, einen Cent zu verlieren. Aber ich darf Ihnen versichern: Ihr Geld ist nicht weg, es ist nur woanders. Und dort gut aufgehoben – bei Menschen, die es wirklich brauchen. In Ihrem Falle auch bei Tieren, die in ihrem überschaubaren Lebenszeitraum es wenigstens einigermaßen artgerecht haben. Aber halt, das lernte ich ja eben in Ihrem Faktencheck: Artgerechte Haltung gibt es bei Nutztieren nicht. Sie sprechen von „tiergerechter“ Haltung. Und was gerecht fürs Tier ist, setzt wer fest? Eben.
herzliche Grüße
Sina Trinkwalder
Hier die Quelle:
http://www.manomama.de/blog/2011/09/01/jeder-muss-mal-federn-lassen/
PS: sollte man das Verlangen haben, mich wegen diesem Text rechtlich zu belegen, behalte ich mir vor JEGLICHEN Schriftverkehr hier sofort zu veröffentlichen. In so einer Sache übe ich als Mitglied der Piratenpartei Deutschland absolute Transparenz…
Weiterhin bietet eine Anzeige immer wieder eine hervorragende Gelegenheit eine interessante Akteneinsicht zu erhalten und ebenfalls rechtliche Schritte einzuleiten, denn im Rahmen einer gerichtlichen Auseinandersetzung muss doch sehr viel Ermittlungsarbeit mit Beweisführungen erfolgen. Das dürfte überaus interessant werden…
Kategorie: Allgemein, Arbeitnehmer, Deutschland, Europa, Gesellschaft, Gesundheit, Lebensart, Natur, Politik, Shopping, Tierschutz, Tolle Idee, Umweltschutz, Unternehmen, Unverschämtes, Weltgeschehen, Widerstand, Wirtschaft | Keine Kommentare »






