Obamas Worte sind Angriffswaffen
Oktober 13th, 2011 von AdminIn Anbetracht der aktuellen Kriegsmobilisierung der USA hatte ein Kommentar bei der Tagessschau Angelegenheit auf den Punkt gebracht. Vermutlich schauen die Tagesschau zu wenige Leute und scheinbar hat kaum jemand begriffen, was dass alles bedeutet.
Für mich ist es ein Deja Vu – es erinnert mich an Bush und seine Propaganda gegen den Irak. Neben den Bodenschätzen und der angeblichen atomaren Bedrohung haben die USA massive Probleme. Schon oft in der Weltgeschichte wurden Kriege geführt, um sich selbst vor dem Kollaps zu schützen und von erheblichen Problemen abzulenken.
Heute ist es aber die Frage, ob die Bürger der Staaten, die hier bei dem Kriegstreiben aktiv werden, nichts aus dem Irak und Afghanistan Krieg gelernt haben. Ob sie nochmals willens sind, in einen Krieg zu ziehen.
Ein Kommentar von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington
Quelle: Tagesschau
Obamas Worte sind Angriffswaffen!
Von Bush lernen heißt siegen lernen – so lautet das neue Motto der Obama-Regierung. George W. Bush baute seinen Irak-Angriffskrieg auf einer Lüge auf, bei welcher der Begriff “Massenvernichtungswaffen” eine wichtige Rolle spielte, ebenso wie die angeblich glaubhaften Insider-Informationen eines irakischen Informanten, der sich später als geltungssüchtiger Lügner entpuppte.
Auch jetzt ist wieder aus amerikanischem Regierungsmund von Massenvernichtungswaffen die Rede. Diesmal geht es um den Iran, der angeblich mit Hilfe des morderprobten mexikanischen Drogenkartells Bomben vor israelischen und saudi-arabischen Botschaften zünden wollte und ganz nebenbei plante, den saudischen Botschafter in Washington in die Luft zu sprengen – in einem Promi-Restaurant nahe des Kapitol und des Weißen Hauses.
Irans Ayatollah Ali Khamenei und Präsidentendarsteller Mahmud Ahmadenischad sind mittlerweile so größenwahnsinnig, dass sie glaubten, mitten in der US-Hauptstadt den Vertreter des wichtigsten US-Öllieferanten und Waffenkunden ermorden zu können – das ist Obamas Botschaft. Und die ist ähnlich kriegsgefährlich wie 2003 das Bush-Gerede von den Massenvernichtungswaffen im Irak.Worte können Waffen sein!
Zwar ist Obama deutlich weniger angriffskriegslustig als sein Vorgänger George W. Bush. Aber Obamas Außenministerin und sein Justizminister lehnen sich mit ihren Teheran-Anklagen sehr weit aus dem Fenster des Weißen Hauses.
Sie rufen der Welt unüberhörbar zu
Den Teheraner Staatsterroristen und Atom-Bombenbauern ist buchstäblich alles zuzutrauen! Und wem alles zuzutrauen ist, den muss man stoppen, bevor er eines Tages wirklich zuschlägt. Warum er nicht im Stile von Bush endlich einen Präventivkrieg gegen Teheran und seine Atomanlagen führe, wird Obama in gefährlicher Regelmäßigkeit von Israel und Saudi-Arabien gefragt. Obamas Regierung hat dafür gesorgt, dass diese Fragen an Schärfe zunehmen. Ein Militärschlag gegen iranische Bomben- und Waffenbunker wird damit wahrscheinlicher.
Ein solcher bewaffneter Konflikt ist das letzte, was der Nahe Osten, Amerika und die ohnehin krisengeplagte Welt brauchen können.
Worte können Waffen sein.
Und die Worte, die Amerikas Justizminister, die US-Außenministerin und der FBI-Chef mit Blick auf den Iran im Mund führen, sind Angriffswaffen, gezielt auf Teheran gerichtet. Solche Verbalattacken sind nicht nur gefährlich, sondern müssten für einen Friedensnobelpreisträger wie Obama eigentlich tabu sein. Denn sie basieren im Kern auf Erkenntnissen, die ein Undercover-Agent der US-Drogenfahndungsbehörde über seine iranischen Gesprächspartner gesammelt hat. Doch dieser Agent war selber ein Junkie und ist dem amerikanischen Gefängnis nur entronnen, weil er sich zum Spion umfunktionieren ließ.
Es ist ein sehr dünnes Eis, auf dem die US-Regierung da wandelt. Und selbst wenn dieser Kronzeuge glaubhaft ist, muss eine Regierung nicht alles ausposaunen, was sie zu wissen glaubt. Das hätte Obama von Bush eigentlich lernen müssen – statt ihn immer mehr zu kopieren.
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